Montag, 6. Dezember 2010

Nikolaus......


Seit einigen Wochen kann man wieder einmal beobachten, wie eine Band versucht, die Erfolge der legendären Buena Vista Social Club nachzuahmen. Dieses Mal ist es eine Gruppe aus Jamaika, die seit über 50 Jahren existiert und die jetzt den internationalen Durchbruch suchen. Die Rede ist von den Jolly Boys, die über Jahrzehnte als Hotelband in Jamaica gearbeitet haben und dabei als beste Mentoband des Landes gelten. Inzwischen sind die Musiker fast alle in einem Alter welches man für Musiker als biblisch bezeichnen kann - Sänger Albert Minott und Derrick Henry an der Rumbabox sind 72 Jahre alt, Egbert Watson am Banjo sogar schon 84 - und jetzt ist ihnen die kleine karibische Inselstaat zu klein geworden und sie suchen größeres Publikum. Um diesen Versuch möglichst erfolgsversprechend zu gestalten, haben die Jolly Boys ihre CD mit Coverversionen von bekannten und nicht ganz so bekannten Rock- und Popsongs der vergangenen Jahre gefüllt. Nun ist das mit dem Covern von Hits so eine Sache - es kann ein Genuss sein, die neuen Versionen zu hören, die Lust kann aber auch schnell in gepflegte Langeweile und Frust umschlagen.

Die Cover der Jolly Boys sind in jedem Fall originell, denn sie spielen ihre Stücke im Mento-Stil - eine in den 30er Jahren entstandene Musikrichtung aus Jamaika, die zwar den Reggae durchaus beeinflusst hat, aber völlig anders klingt. Dennoch hat mich die Platte nicht hundertprozentig überzeugt - denn leider trägt das Konzept der Mento-Cover zwar einzelne Lieder, aber eben kein ganzes Album.

Dennoch ist das Album "Great Expectation" von den Jolly Boys eine Zierde für jedes Plattenregal - denn es macht schon ziemlichen Spass, ihre Versionen von Amy Winehouse's "Rehab" oder Iggy Pop's "The Passenger" zu hören - es muss ja nicht unbedingt immer die ganze Platte sein.......

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