Montag, 22. Januar 2007
Apropos Ashes - wem hab ich eigentlich vor Jahren die CD von Toshinori Kondo mit DJ Krush geliehen???

Ich habe nach dem Schreiben der Ashes-Rezension wie doof gesucht und nix gefunden.
Also (noch) unbekannter Entleiher, schnell her damit!!!!



Bill Laswell gehört wohl zu den arbeitswütigsten Musikern und Produzenten in den letzten Jahren. Es vergeht kaum ein Monat, an dem kein Album mit seiner maßgeblichen Mitwirkung erscheint. Die Bandbreite seines musikalischen Schaffens ist dabei so breit gefächert, das man nie weiß, ob das Mitwirken von Bill Laswell jetzt ein Garant für persönliche Vorlieben ist oder ob man wegen seiner Beteiligung doch lieber die Finger von der Platte lassen soll.....

Bei der vorliegenden Platte stellte sich diese Frage für mich glücklicherweise nicht (ich neige im Moment eher zur zweiten Alternative), da ich gar nicht wusste, dass er an dieser Produktion beteiligt war. Ich erfuhr hier von der Existenz dieser Band(?) und die Infos über Musikstil etc. hatten mein Interesse geweckt.

Insbesondere die Tatsache, dass Raiz die Vocals übernommen hatte, machte für mich diese Platte zum Pflichtkauf. Raiz ist der Ex-Leadsänger der neapolitanischen TripHopDubFolk-Band Almamegretta und hat eine Stimme, die seinesgleichen sucht. Kaum jemand transportiert die verschiedenen Stimmungen Neapels so intensiv wie er. Leider vermochte er das in seinem ersten Solo-Album wop nur zu selten unter Beweis zu stellen.

Dafür ist ihm das bei Ashes hervorragend gelungen. Doch der Reihe nach.... Ashes ist das Projekt des Gitarristen und Elektronic- und Ambient-Sound-Tüftlers Eraldo Bernocchi aus Mailand mit dem Bassisten Bill Laswell. Die beiden haben vor acht Jahren bereits eine CD unter dem Projektnamen Ashes aufgenommen und danach in diversen Formationen (z.B. mit dem japanischen Trompeter Toshinori Kondo) gemeinsam
gearbeitet. Jetzt haben sie sich mit dem oben erwähnten Raiz aus Neapel zusammen getan und die zweite Ashes - Platte aufgenommen.

Für mich als "Nicht-Elektroniker" ist die Musik nur schwer zu beschreiben. Der Opener "Guapparia" ist zugleich der Höhepunkt. Ein Stück, welches von einem treibenden Groove getragen wird. Dazu die Stimme, die leicht stakkatohaft mit neapolitanischen Dialekt dem Rhythmus zu folgen versucht, ihn unterstützt und vorantreibt - dann eine Passage, in der Raiz mit seiner rauchigen Art die Töne hinausschreit, dass man meint, eine Anklage gegen die Jahrhunderte währende Unterdrückung des Südens in diesen schreien zu hören......und weiter geht es mit dem wieder treibenden Beat .....

Die anderen Stücke sind größtenteils ruhiger, mit komplizierteren Soundstrukturen. Das ist eigentlich nicht mehr so unbedingt mein Geschmack, wäre da nicht immer wieder diese ungeheure Stimme. So meint man, eine gelungene Verbindung neapolitanischer Folklore mit elektronischen Beats zu hören, was ja nur eingeschränkt stimmt....

Insgesamt eine Platte, dessen Kauf ich nicht bereue - Raiz gehört für mich zu den Besten seines Fachs, der Opener "Guapparia" hat sich als absolut partytauglich bewährt und der Rest der Platte bereitet mir mit jedem erneuten Anhören mehr Spaß an dieser CD....



"In Moskau hat die Band bereits seit Jahren ein durch den Oberbürgermeister Luschkow erwirktes Auftrttsverbot"

wikipedia über Russlands Ska(ndal)-Band