
Eine dieser Ausnahmen ist das Debut der bayrischen Band LaBrassbanda, welches ich vor einigen Wochen hören durfte und mich ziemlich begeistert hat. Diese Mischung aus bayrischer Blasmusik, Brass, Ska und noch vielem mehr ist genau das, was ich mir unter "deutschem Mestizo" gerne vorstellen möchte. Endlich mal nicht dieser kommerziell verpoppte Musikantenstadl, sondern groovender krachledernder Blasmusikpunk....
Als ich dann vor einigen Wochen die Werbeankündigung des Samplers "Obacht! – Musik aus Bayern" überflog, hoffte ich auf eine ähnliche Glanzleistung, wie sie LaBrassbanda geleistet haben. Veröffentlicht wird die CD von Galileo, die sich bisher schwerpunktmäßig mit dem Vertrieb von spanischer Musik einen Namen gemacht haben - unter anderem haben sie Platten der von mir sehr geschätzten La Papa Verde oder La Pegatina herausgebracht. Die Kritiken der versammelten Rezensenten war weitgehend voll des Lobes, man schrieb, dass auf der Platte "kraftvoll, schmissig und mit rauen, aber hörbar geübten Stimmen" gesungen wird und sie geeignet sei, "Vorurteile gegenüber alpiner Volksmusik abzubauen bzw. Berührungsängste mit ihr zu nehmen" Also denkbar gute Voraussetzungen für eine gute und hörenswerte Platte....

Infolge dessen habe ich es bisher auch nicht geschafft, die Platte auch nur einmal komplett zu hören. Mir fehlt leider die Unvoreingenommenheit, die Geduld, das Ohr oder was auch immer, um die Unterschiede zwischen echter Volksmusik und Musikantenstadl entsprechend würdigen und anerkennen zu können.
"Obacht! – Musik aus Bayern" ist vielleicht eine interessante Quelle für Freunde ethnologischer Musikentdeckungen, ich kann damit leider
Foto. Quasimondo auf flickr