Auf meinem Computer habe ich unzählige Textfragmente für diesen Blog gespeichert, die ich irgendwann mal begonnen, dann aber unterbrochen habe und die ich irgendwann mal beenden will (aber wahrscheinlich in der Mehrzahl nie werde)

Eines dieser Fragmente beschäftigt sich mit der Solokarriere des dritten Seeed-Sängers Frank Dellé, der nach Boundzound 2007 und Pierre Baigorry alias Peter Fox 2008 in diesem Jahr sein erstes Solo-Album herausbringen wird.

Für mich war klar, das wars mit Seeed. Warum sollte beispielsweise Peter Fox, der jetzt weiß, dass er mit seinen eigenen Vorstellungen einen so glänzenden Erfolg feiern konnte, noch einmal zurückkehren ins Seeed-Kollektiv, wo er seine Ideen mit den anderen Bandmitgliedern abstimmen muss und zwangsläufig Kompromisse eingehen wird. Und wenn jetzt der letzte Sänger, der ursprünglich die Seeed-Auszeit mit allem, nur nicht mit dem Verwirklichen von eigenen Soloprojekten verbringen wollte, jetzt doch plötzlich ein Album herausbringt, riecht das stark nach dem endgültigen Ende der Band (zumindest in der Originalbesetzung).
Ausformuliert hatte ich das bisher nur deshalb nicht, weil es noch kein Video über die Musik von Frank Delle gegeben hatte.

Vorgestern lese ich dann in der taz, dass ich mit meiner Einschätzung aber so was von daneben lag. Peter Fox beendet seine Solokarriere und kündigt ein neues Album von Seeed an. Ob sein Abschied endgültig oder vorläufig ist, darüber rätseln zur Zeit Plattenfirma und Presse - was aber ziemlich egal ist, denn gerade im Popgeschäft wimmelt es von "endgültig" getrennten Bands, allerletzten Tourneen und Abschlussplatten.

Dabei fällt mir dieses Textfragment wieder ein und ich stöbere ein wenig bei YouTube rum - und siehe da, das Video zu "Pound Power" von Frank Delle ist endlich verfügbar. Und im Gegensatz zu Peter Fox ist die Nähe zu Seeed hier wesentlich stärker zu spüren. Der Song könnte wahrscheinlich so oder so ähnlich auch auf einem neuen Seeed-Album erscheinen (sieht man einmal von der durchgehend englischen Sprache ab). Dies gilt auch für den zweiten bisher veröffentlichten Track "Fly away" (der mir übrigens wesentlich besser gefällt). Ich bin mir nicht sicher, ob mir diese Nähe gefällt - auf der einen Seite habe ich immer ein Faible für den extrem basslastigen bombastigen Sound von Seeed gehabt, andererseits finde ich aber, dass ein Soloalbum eine wesentlich stärkere eigene individuelle Note beinhalten sollte. So wie es Peter Fox vorgemacht hat.

Aber man sollte keine Platte rezensieren, die man noch gar nicht kennt....

Frank Dellé Homepage
Frank Dellé auf myspace

Foto Peter Fox: U2005.com auf flickr
Foto Frank Dellé: U2005.com auf flickr

Edit: jetzt mit richtigem Video