Sonntag, 25. März 2007
Mitunter haben Fusion-Projekte den positiven Nebeneffekt, dass der begeisterte Zuhörer sich nicht nur an den neuen Interpretationen „alter“ Musik erfreut, sondern irgendwann beginnt, sich auch mit den ursprünglichen Wurzeln dieser musikalischen Stilrichtung zu beschäftigen. Manchmal endet dieser Weg in einer Sackgasse – so kann ich als Fan von jiddisch-inspirierter Musik von Balkan Beat Box bis Amsterdam Klezmer Band immer noch nichts mit traditionellem Klezmer anfangen - aber manchmal werden auch verschlossen geglaubte musikalische Türen wieder geöffnet.

So haben mich die Electrotango-Bands wie das Gotan Projekt und der Bajofondo Tango Club dazu gebracht, wieder die traditionelleren Tango-Interpreten zu hören. Und siehe da, jetzt vermag mich plötzlich die vorher verschmähte Musikrichtung zu faszinieren.....

Meine neueste „Entdeckung“ ist der in Frankreich lebende Argentinier Juan Carlos Cáceres mit seinem Album „Murga Argentina“. Caceres wird als der Paolo Conte Argentiniens bezeichnet, weil er wie der Italiener erst mit über 50 Jahren zu singen begann. Davon wusste ich beim ersten Hören nichts, es fällt einem aber sofort die Ähnlichkeit der beiden Stimmen auf, die ziemlich frappierend ist. Während ich aber mit der Musik Contes nicht soviel anfangen kann, ist das Album „Murga Argentina“ eine spannende Reise in die Welt des Tangos. Juan Carlos Cáceres beschäftigt sich mit den verschiedenen Einflüssen des Tangos und lässt neben dem wunderschönen klassischen Klängen des Bandoneons auch afrikanische Rhythmen dezent, aber deutlich hörbar einfließen.
So ist ein Album entstanden, mit dem sowohl Kenner als auch Neulinge den Tango neu entdecken können. Mich zumindest hat diese Platte ermutigt, mich weiter mit dieser rätselhaft-melancholischen Musik aus Argentinien zu beschäftigen.....



”Summertime,
And the livin' is easy..”


George Gershwin - Summertime



„Unsere Feinde sind erfinderisch und einfallsreich, und wir auch. Sie hören nie auf, sich neue Formen auszudenken, unserem Land und unserem Volk zu schaden, und wir auch nicht.“