Freitag, 10. August 2007
"In Kuba ist jede öffentliche Äußerung politisch"

Spon mit einem lesenswerten Potrait der kubanischen Rapperin Telmary und ihres neuen Albums "A diario"





RELVAS auf flickr



hier etwas verspätet 10 Alben, die mich durch den Juli gebracht haben (zufällige Reihenfolge):
1. dunkelbunt - Morgenlandfahrt
2. Locomondo - Me wanna dance
3. Rodrigo y Gabriela - Live Manchester and Dublin
4. Da Silva - De beaux jours a venir
5. Patchanka - Set things in motion
6. V.A. - La notte della Taranta 2003
7. Gogol Bordello - Super Taranta
8. Manu Chao - Radio Bemba Sound System Live
9. Gnawa Diffusion - Fucking Cowboys
10. Che Sudaka - Mirando el mundo al reves



Donnerstag, 9. August 2007
"Er hat immer ein Lächeln auf den Lippen gehabt, tolle Songs geschrieben und nie eine Frau geschlagen. Und er hat gesoffen wie ein Loch"

Lee Hazlewood auf die Frage, welchen Nachruf er für sich wünschen würde.......
Er ist gestern im Alter von 78 Jahren gestorben.



Portugal ist für mich musikalisch ein relativ unbekanntes Land. Neben dem alles überdeckenden Fado kenne ich kaum Musik aus Portugal. Dabei hat Portugal mit seiner Vergangenheit als Kolonialmacht in Südamerika (Brasilien) und Südafrika (Angola) und seiner Nähe zu Nordafrika eigentlich ideale Voraussetzung, um als Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Kulturen zu fungieren.

Doch Brasilien hatte sich früh als eigenständige Größe in der Welt der Musik etabliert und orientierte sich kulturell kaum an der ehemaligen Kolonialmacht. Angolanische Künstler wie Waldemar Bastos und Bonga waren zwar längere Zeit in Portugal aktiv,sie haben es aber immer als wichtiger angesehen, für die Menschen in Angola zu musizieren und weniger für und mit Musikern aus Europa.
Hinzu kommt, dass die Randlage des relativ kleinen Landes es für einheimische Künstler schwer macht, über die Landesgrenzen hinaus Bekanntheit zu erlangen. Und wenn es dann mal einer Band dank glücklicher Zufälle gelingt, ins europäische Rampenlicht zu treten, glauben wir sofort, dass es nur diese Art von Musik in diesem Land gibt. So geschehen in Portugal mit Madredeus, die den Fado (oder das, was Madredeus darunter verstanden) dank eines Spielfilms von Wim Wenders in Europa bekannt machten und damit den Siegeszug von Künstlerinnen wie Mariza ermöglichten.

Jetzt trifft mit Terrakota eine neue, ganz andere musikalische Mischung auf unsere Ohren. Eigentlich ist die Band nicht neu, "Oba train" ist bereits ihre dritte CD - und eine verdammt gute!! Ihre Mischung aus unterschiedlichen afrikanischen Rhythmen mit viel Reggae und etwas Rock und Jazz entzieht sich jeder Kategorisierung. Da meint man die Melodie von 1er Gaoui von Magic System zu vernehmen, dann hört man die Bläsersounds des nigerianischen AfroBeats, dazwischen klingt entspannter Roots-Reggae oder eine jazzig/rockig vertrackte Melodie - aber alles immer stimmig in Szene gesetzt und dank der ungewöhnlichen Stimme der angolanischen Sängerin Romi niemals langweilig.

Dank Terrakota habe ich mein eindimensionales Bild von Portugal etwas korrigieren können. Es gibt dort doch ein musikalisches Leben neben dem Fado (den ich übrigens ziemlich langweilig finde)........

Terrakota auf myspace






jcoelho auf flickr



Dienstag, 7. August 2007


"Ich glaube, einer der Gründe, warum die Leute uns mögen, ist, dass sie sich überlegen fühlen, selbst ein achtjähriges Kind kann sich uns überlegen fühlen - und deshalb lacht es"

Oliver Hardy über mögliche Gründe des Erfolges von "Dick und Doof".
Er starb heute vor 50 Jahren im Alter von 65 Jahren.

hier gefunden



Lange Zeit galt Femi Kuti als der legitime Nachfolger seines verstorbenen Vaters Fela Anikulapo Kuti, dem Begründer des Afrobeats. Doch war seine Art, den Afrobeat zu spielen, auch immer geprägt von dem Willen, ihn zu modernisieren und mit heutigen Einflüssen zu verschmelzen. Besonders deutlich wird dies auf den CDs "Shoki, Shoki" und "Shoki Remixed", die mit Stücken wie "Bang Bang" moderne Afrobeat-geschichte geschrieben haben und die zwischenzeitlich auf keiner afrikanischen Party fehlen durften.

Dauerten bei Fela Kuti die Songs nicht selten länger als 15 Minuten, hat Femi keine Probleme, seine Botschaften in das klassische 3-5 Minuten Format zu verpacken, um damit auch für westliche Radioformate interessant zu sein. Nach diversen Erfolgen in Europa hat er sich in letzter Zeit hier etwas rar gemacht und ist fast ausschließlich in Nigeria tätig. Dort hat er wie sein Vater eine regelmäßige Spielstätte gebaut (The new Africa Shrine), in der er regelmäßig stundenlange Konzerte gibt.

Doch schon bei den ersten Erfolgen von Femi Kuti munkelte man, dass es da noch einen jüngeren Sohn gebe, der der bei weitem musikalisch Talentierteste der zahlreichen Nachkommen von Fela sei. Überprüfen konnte ich das nicht - ich habe nie etwas über diesen ominösen jüngsten Sohn gefunden und irgendwann die Geschichte komplett vergessen.

Jetzt bin ich beim rumgoogeln zufällig auf die myspace-Seite von eben diesem jüngsten Sohn gestoßen - und muss sagen, dass da schon ein außergewöhnlicher Musiker am Werke ist.

Seun Kuti fühlt sich im Gegensatz zu seinem Bruder Femi viel stärker an das Erbe seines Vaters gebunden. Seine Band, die "Fela's Egypt 80" ist fast identisch mit der letzten Begleitband von Fela. "Die Band war die wichtigste Sache für meinen Vater. Ich wollte nicht, dass sie stirbt" sagte er in einem Interview. Und so klingt auch die Musik von Seun Kuti, als wäre Fela nie gestorben und würde mit den heutigen Produktionstechniken seine Musik weiterspielen. So haben beide Kutis, denen man nachsagt, sich untereinander nicht zu verstehen, ihre eigene Art gefunden, mit dem Erbe Fela Kutis umzugehen und alle Vergleiche, wer denn nun der "bessere" sei, erübrigen sich.......


Bisher gibt es lediglich eine Vinyl-EP von Seun Kuti - und ein tolles Video von dem "Africa Live - Roll Back Malaria" Festival in Dakar aus dem Jahr 2005, bei der übrigens zwei Afrobeatlegenden zu bewundern sind - Manu Dibango am Saxophon und Tony Allen am Schlagzeug.



Ich hoffe, dass es bald mehr von Seun Kuti gibt - und auch mal wieder was Neues von Femi Kuti......



"Ich betrachte mich als jemand, der jeden Abend in der Bar verbringt, um Bier zu trinken und den Mädels nachzupfeifen. Dafür dann auch noch Geld zu bekommen, ist nett."

John Wheeler von Hayseed Dixie im Interview mit Carina Prange vom folker



Montag, 6. August 2007
¶ Peret
Ilja Richter lauscht mit verschränkten Armen, während Peret sich mühsam den Weg durch wild tanzende Langhaarige bahnt - das war Disco!

Peret - Borriquito