Sonntag, 11. März 2007
Vorgestern im Gebäude 9 in Köln:

- leicht jazzorientierte Bläser treffen auf DJs – das Konzert war ein spannendes, musikalisch überraschendes Ereignis allererster Güte.....
- die Band besteht eigentlich ohne klassische Rhythmusinstrumente, 5 Bläser, ein Bassist, ein Akkordeonist und ein Sänger (das aber ab und zu kleine Rhythmusinstrumente spielt) machen dennoch einen treibenden Sound.
- zwei DJS aus Utrecht sorgen für Beats und Scratches
- das ganze klingt ganz selten ein wenig bemüht und nebeneinander gespielt, meist aber so passend und stimmig, dass man sich fragt, ob man die Band ohne DJs sehen will oder ob dann etwas Entscheidendes fehlen würde.....
- der ukrainische Sänger hatte absolut keine Bühnenpräsenz – ungelenk und fast schüchtern kam er nach dem zweiten oder dritten Lied ans Mikrophon – aber dann erzeugte seine Stimme auf eine ganz eigentümlich wunderbare Weise dieses klassische Klischee-Gefühl von der traurigen russischen Seele....
- Sänger einer bläserorientierten Band zu sein, kann ganz schön frustrierend werden. Da singt man eine Strophe und steht dann fünf Minuten blöd auf der Bühne rum, weil dann die Bläser ihren Part haben ...
- ich liebe Rap auf holländisch. (kennt einer gute Bands?)....
- es war schön zu sehen, wie die Band das Publikum langsam, aber sicher in ihren Bann zog. Beim ersten Lied wippten nur drei vier Leute mit ihren Köpfen, doch dann wurde es von Song zu Song lebendiger im gut gefüllten Saal - spätestens bei den Zugaben tobten beinahe alle....
- ist das Publikum in Köln wirklich besonders begeisterungsfähig oder schleimen Bandleader überall so rum?
- ein sehr schönes Konzert



"Im Film "Blues Brothers" heißt es an einer Stelle: "Wir hatten eine Band die so stark war, dass sie Ziegenpisse in Benzin verwandeln konnte!" Diese Band gibt es wieder. Sie nennt sich La Vela Puerca, kommt aus Uruguay und ...."

fudder steht auf La Vela Puerca



Samstag, 10. März 2007
"Klezmer Guerilla"

WDR Funkhaus Europa über die Amsterdam Klezmer Band



Freitag, 9. März 2007
Gestern im Radio:
Da ertönt plötzlich eine Gitarre, die genau wie Manu
Chao klingt, dass ich sofort hellhörig werde. Zuerst erzählt eine Stimme im Hintergrund etwas von "Listen to lyrics now, 'cause this one is a deep song, lyrics that are real true deep love lyrics" , dann kommt die Melodie und man ist sicher, dass es etwas Neues von Manu Chao gibt und dann ertönt die Stimme…nein, doch nicht Manu Chaos, aber doch ziemlich ähnlich. Jetzt bin ich endgültig gefesselt und lausche den Klängen. Der Sänger singt von
„Im dying in emotion
Its my world in fantasy
Im living in my, living in my dreams”

und dann kommt der Refrain:
“U Me Heart, U Me soul
I keep ????(kann ich leider nicht verstehen) everywhere I go
U Me Heart, U Me soul
Ill be holding you forever, stay with you together”

Mir dämmert es, der Text kommt mir irgendwie bekannt vor, im Hintergrund schwingt immer wieder schön der typische Gitarrenklang.
....und plötzlich kommt die Erleuchtung: das ist eine Coverversion von Modern Talkings „You’re My Heart - Your’re My Soul“ – genial gemacht von Plattenreiter Kantate, wie ich später erfahren habe.
Einfach klasse!!!!



Als in den 60er Jahren die Beatmusik
ihren Einzug in die Kinder- und Jugendzimmer Europas hielt, war ich noch ein wenig zu klein. Da ich auch keine älteren Geschwister hatte und die musikalischen Vorlieben meiner Eltern bei Mireille Mathieu und Peter Alexander lagen, bekam ich von dieser musikalischen Epoche wenig mit.
Später waren mir Bands wie The Who zwar ein Begriff und ich fand deren Songs auch ganz gut, als junger Mensch galt meine Vorliebe aber doch mehr den damals angesagteren Sachen wie Queen oder Electric Light Orchestra. Deshalb habe ich mich nie näher mit den einzelnen Bands und verschiedenen Musikrichtungen beschäftigt und Beatmusik nur als nettes exotisches Intermezzo aufi Partys betrachtet.....

An dieser Haltung hätte sich bis heute nichts geändert - wenn mir nicht irgendwann jemand die French Cuts CD empfohlen hätte.

Hier wird eine mir bis dahin völlig unbekannte Spielart des Beats präsentiert, die französische Beatmusik.

Denn Beatmusik wurde nicht nur in England gemacht, auch deutsche Bands wie die Rattles oder die Lords spielten Beat und auch in Frankreich entstanden unzählige Produktionen. Im Gegensatz zu den meisten deutschen Songs wurde in Frankreich (wie könnte es anders sein) fast ausschließlich auf französisch gesungen und zumindest zu Beginn von bereits in Frankreich bekannten Rock'n Roller wie Johnny Halliday oder Richard Anthony präsentiert.
Später entstanden unzählige neue Stars und Sternchen - France Gall gehört ebenso dazu wie Sylvie Vartan oder Brigitte Bardot.

Dieser heute fast vergessenen musikalischen Epoche widmet sich der Sampler French Cuts des Münchener Clubs Atomic Cafe. 25 wunderschöne Beatnummern wechseln sich ab, da wummert bei den Stücken von Nino Ferrer die Hammondorgel, da kreischt die Gitarre und stottert der Bass. Auf der Platte findet man Coverversionen bekannter englischer Beatnummern, aber auch französische Eigenkompositionen – eine tolle Mischung, die beim Zuhören einfach Spaß macht.

Den Machern ist hier ein wunderschöner Überblick über eine mir weitgehend unbekannte Musikrichtung gelungen. Inzwischen gibt es mit French Cuts 2 und 3 bereits zwei Nachfolgealben, die, wie für Nachfolger üblich, zwar den hohen Standard des ersten Albums nicht ganz halten können, aber dennoch absolut empfehlenswert sind. Und wem das dann immer noch nicht reicht, der findet in den Exotic-Ecken der Plattenläden weitere gute Compilations mit französischem Beat....



Donnerstag, 8. März 2007
"Es heißt, ihre Stimme könne die niedergeschlagensten Seelen heilen"

Österreich1 über Susana Baca