Montag, 1. Oktober 2007
Am Anfang jeden Monats werden die World Music Charts Europe hier veröffentlicht. Über 50 DJs verschiedener Radiostationen in ganz Europa wählen ihre aktuellen Favoriten. Hier wie immer eine kurze Vorstellung der Top 3 des Monats Oktober und anderer interessanter Trends, die sich vielleicht aus den Charts herauslesen lassen....

Aus diesmal kann ich es wieder relativ kurz machen: Es gibt drei neue Spitzenplätze, die alle nicht wirklich überraschen -

1.DISKO PARTIZANI von Shantel
Eine Rezension zu dem ersten "eigenen" Album von Shantel ist in Arbeit und fast fertig. Soviel aber schon einmal vorab: Ein Album mit einigen Krachern für die nächste Party, aber insgesamt kann es für mich nicht die Erwartungen erfüllen, die ich aufgrund der Bucovina-Platten und der durchweg positiven Kritiken hatte...

2.AFRIKI von Habib Koite & Bamada
Die neue Platte klingt doch ziemlich stark nach dem Vorgängeralbum, welches wiederum stark an das Vorgängeralbum erinnert. Für jemanden, der die Musik des malischen Griot mag, sicherlich auch wieder aein lohnender Kauf, für alle anderen dann, wenn sie noch kein Album von Habib Koite besitzen. Allerdings muss ich mir noch ein paarmal die Platte anhören, um mir ein abschließenderes Urteil bilden zu können.....

3.LA RADIOLINA von Manu Chao
Auch hier ist eine Rezension in Arbeit - allerdings wundert mich etwas, dass es Manu Chao nicht auf Platz 1 geschafft hat. Obwohl das Album bei weitem nicht an die Qualität der Clandestino-CD heranreicht, hatte ich es aufgrund des großen Medienechos doch auf dem Platz an der weltmusikalischen Sonne erwartet. Aber das kann ja noch werden.....

Allgemein werden die Music Charts wieder ziemlich afrikalastig - 9 Titel und damit fast die Hälfte der Topplatzierungen kommen aus Afrika - . ein Fakt, der m.E. doch etwas die hochklassigen Produktionen aus anderen Teilen dieser Erde vernachläsigt. Aber das lässt sich wohl bei so vielen unterschiedlichen Juroren nicht vermeiden...

Meine Favoriten diesen Monats heißen (neben Shantel und Manu Chao)
- Roy Paci, der mit "Suonoglobal" ein Album hingelegt hat, welches mir mit jedem Hören besser gefällt
- Gaudi, dessen Album mit altem Material von Nusrat Fateh Ali Khan spannend klingt
- Polcaholcs, die mit witzigen Coverversionen (Das Model/Kraftwerk, Berlin/Ideal uvm) vielleicht die Polka raus aus den Bierzelten und rein in die Clubs holen können....Lets speed!!!





NABUCCHO auf flickr



Sonntag, 30. September 2007

"Without Afro beat in my country, nobody would say anything."

 

Femi Kuti über die Bedeutung des Afrobeats in Nigeria.

hier gefunden




Freitag, 28. September 2007
Zu den unerledigten Aufgaben im Zusammenhang mit diesem Blog gehört die Erstellung einer vernünftigen Blogroll. Da sich dieser Zustand wahrscheinlich noch längere Zeit hinziehen wird, will ich hier aus aktuellem Anlass auf eines meiner absoluten Lieblingsblogs hinweisen: Schwarze Tage - wunderschöne intelligente und witzige Zeichnungen

Der aktuelle Anlass ist sein Beitrag zur Diskussion über politically incorrect - ich hoffe, der Verfasser ist mir nicht böse, dass ich sein Werk hier verlinkt habe....




"Ende einer Äh-ra"
taz-Überschrift von heute

Auch wenn es wahrscheinlich inzwischen jeder kennt, heute ist die wahrscheinlich vorletzte Möglichkeit, Stoiber noch einmal tagesaktuell zu zitieren:





Nachtrag:Die Tagesschau hat weitere "ges(t)ammelte Werke" von Stoiber zusammengetragen.



Donnerstag, 27. September 2007
Die Süddeutsche Zeitung berichtet über Spekulationen, der Sänger und Bandleader Bertrand Cantat von Noir desir könnte möglicherweise vorzeitig aus der Haft entlassen werden.

Bertrand Cantat hatte bekanntlich im Streit seine Freundin, die Schauspielerin Marie Trintignant, so hart geschlagen, dass diese in ein Koma fiel und nicht mehr erwachte (ausführlicher hier). Die Tat war für mich damals ein echter Schock, da ich nur wenige Wochen das Album "Les visages des figures" erworben hatte und begeistert war von der ungeheuren Bandbreite an unterschiedlichster genialer Musik. Man höre sich beispielsweise nur einmal "L'homme pressé" und "Le vent nous portera" an. Etwa zeitgleich lief auf arte eine Doku über die Band und mir imponierte die Art und Weise, wie Noir desir erfolgreich waren und sich dennoch den gängigen Musikerklischees und Marketingstrategien völlig verweigerten.

Also eine Band, die klasse Musik machte und richtig sympathisch rüberkam. Und einer von denen hatte jetzt seine Freundin erschlagen...

Er wurde von einem Gericht in Vilnius (die Tat geschah während Filmaufnahmen in Litauen) zu 8 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die ersten 14 Monate verbrachte er in einem Knast in Litauen, bevor es dem Anwalt gelang, Cantat in ein französisches Gefängnis überstellen zu lassen. Jetzt soll er also entlassen werden.

Und ich frage mich die ganze Zeit, ob ich mich nun darüber freuen soll, weil nun die zweifellos interessante musikalische Entwicklung der Band "Noir desir" endlich fortgesetzt wird und ich mich auf weitere wunderschöne Melodien wie "Le vent nous portera" freuen kann....
Oder ob ich einen Sänger, der seine Freundin totschlägt, doch besser zumindest beharrlich ignorieren sollte, auch wenn seine künstlerischen Beiträge vom Feinsten sind.....

Oder wie es equivocal flavour treffend auf den Punkt bringt:
"Muss ich nun mit mir den ethischen Konflikt ausringen, ob es in Ordnung ist, zu einem Konzert dieses Mannes zu gehen, sollte es sich anbieten?
Die Frage, ob die persönliche Zustimmung zu diversen Haltungen oder Handlungen gewisser Künstler für mich als Konsument dieser Kunst von Bedeutung sein sollte, stellt sich nicht erst seit den Onkelz."
(wobei sich mir diese Frage bei den Onkelz definitiv nicht stellt)

Fragen, die ich einfach nicht beantworten kann.....

(Foto Marie Trintignant: Parispassion auf flickr
Foto Bertand Cantat: Café du Monde auf flickr)



"Bei uns 22 Leuten wurde zweien das Portemonnaie geklaut, einem das Handy und der IPod. Ein Mädchen hat in der Menge einen Schuh verloren weil das Gedränge in der Menge zu groß war."

Daniel von FFD in Argentinien 07/08 zieht Bilanz nach einem "La Vela Puerca" Konzert in Buenos Aires