Jetzt ist es also da: das neue Album der Berliner Reggae-Band Ohrbooten. Deren Erstlingswerk "Spieltrieb" hatte meinen CD-Player im letzten Jahr über Wochen in Beschlag genommen und Songs wie "Dschungelpartei" oder "Autobahn" waren musikalisch und textlich eine originelle Alternative zum Bombast-Dancehall von Seeed und Konsorten. Leider kann ich der Nachfolge-CD nur wenig positives abgewinnen. Die Texte sind nicht mehr spritzig, sondern nur noch bemüht - zumal man sich mit dem weitgehenden Verzicht auf Berliner Mundart-Gesang ohne Zwang eines belebenden Elements ihrer Musik beraubt hat. Auch musikalisch fehlt mir die Spritzigkeit des ersten Albums - so wurde diesmal nicht alles live aufgenommen, sondern alle Instrumente professionell einzeln eingespielt und dann komplett abgemischt. Dadurch klingt alles viel sauberer und fetter, aber mit ist das alles dann doch zu glatt.
Die Ohrbooten wirkten auf ihrer ersten CD wie eine spontan agierende Strassenreggaeband - ungeschliffen, mit Ecken und Kanten.
Jetzt klingen sie wie eine von vorne bis hinten durchgestylte Boygroup, die das Marktsegment des spontanen Strassenreggaes abdecken sollen und daran kläglich scheitern. Hierzu passt dann auch die auf ihrer Homepage groß ausgeschriebenen Aktion " Hol dir die Ohrbooten in deine Fussgängerzone", die ja wohl aus dem Hirn eines Marketingstrategen entsprungen sein muss.
Schade, aber vielleicht kriegen sie ja beim nächsten Mal wieder die Kurve.....
hier wieder 10 Alben, die mich durch den Juni gebracht haben (zufällige Reihenfolge):
1. Raiz - Uno2. Kevin Johansen - Logo
3. Oi va voi - Oi va voi
4. Balkan Beat Box - Nu med
5. V.A. - Punky Reggae Party
6. V.A. - The Rough Guide to Italia Nova
7. Rodrigo y Gabriela - Live Manchester And Dublin
8. Magyd Cherfi - Pas en vivant avec son chien..
9. Chingon - Mexican Spaghetti Western
10. dunkelbunt - Morgenlandfahrt
¶ Danza
ednett am 04. Juli 2007 | 0 Kommentare
| Kommentieren
"Bürger, lasst das Wegschaun sein,
helft Herrn Schäuble, reiht euch ein"
informiert-wolfgang.de ruft dazu auf, Wolfgang Schäuble über alles, was wir tun, zu informieren. Denn "totale Überwachung ist nur möglich, wenn wir alle helfen."
helft Herrn Schäuble, reiht euch ein"
informiert-wolfgang.de ruft dazu auf, Wolfgang Schäuble über alles, was wir tun, zu informieren. Denn "totale Überwachung ist nur möglich, wenn wir alle helfen."
ednett am 03. Juli 2007 | 0 Kommentare
| Kommentieren
"Darüber hinaus scheint "Djin Djin" mit einer dicken Schicht Pattex ausgeliefert zu werden, denn der Silberling weigert sich standhaft, den CD-Player zu verlassen."
laut.de steht auf die neue CD "Djin Djin" von Angelique Kidjo
laut.de steht auf die neue CD "Djin Djin" von Angelique Kidjo
ednett am 03. Juli 2007 | 0 Kommentare
| Kommentieren
"Dass man die Verhältnisse zum Tanzen bringen müsse, ist eine alte Forderung westeuropäischer Salonkommunisten. Der Saxofonist und Sänger Femi Kuti und seine 13-köpfige Band The Positive Force zeigten bei der African DanceNight, wie das zumindest im Salon des JazzBaltica-Konzerttempels gehen könnte."
Die Kieler Nachrichten vom 2.07.07 über Femi Kuti
Die Kieler Nachrichten vom 2.07.07 über Femi Kuti
ednett am 03. Juli 2007 | 0 Kommentare
| Kommentieren
Am Anfang jeden Monats werden die World Music Charts Europe hier veröffentlicht. Über 50 DJs verschiedener Radiostationen in ganz Europa wählen ihre aktuellen Favoriten. Hier wie immer eine kurze Vorstellung der Top 3 des Monats Juli und anderer interessanter Trends, die sich vielleicht aus den Charts herauslesen lassen....
1. DJIN DJIN von Angelique Kidjo
Riesenüberraschung - nach 3 Monaten erst der Sprung an die Spitze der Charts. Entweder muss man das Album häufig hören, um es richtig einschätzen zu können oder es gibt zur Zeit keine neue aufregende Platten aus dem Weltmusikbereich. Angelique Kidjo ist eine der arrivierten afrikanischen Künstler, die bereits seit Jahren immer wieder mit aufwendigen Produktionen eine afrikanische Note in das Pop-Business bringen. Für den "normalen" Popmusikhörer mögen diese exotischen afrikanischen Einsprengsel ja durchaus interessant sein - für einen an Weltmusik Interessierten klingt das aber dann häufig wie seichte afrikanische Popschnulzen. Hinzu kommt, dass die Stimme von Frau Kidjo bei mir ein Gen anspricht, welches bei mir sehr schnell eine gewisse Genervtheit erzeugt - nach zwei Liedern kann ich ihren Gesang einfach nicht mehr hören....
2. AUTHENTICITE - THE SYLIPHONE YEARS von Various Artists
Auf Platz zwei hat es ebenfalls eine afrikanische Produktion geschafft, die aber nur wenig mit der Musik Angelique Kidjos zu tun hat (oder vielleicht doch mehr, als ich wahrhaben will). Auf der Platte Autencite - The Syliphone years findet man Aufnahmen, die in Guinea in den Jahren 1965 - 1980 entstanden sind.
Für mich ist es hier auch höchste Zeit, auf einen Fehler in meinem Eintrag über die WorldMusicCharts des Monats Juni hinzuweisen. Damals hatte ich nämlich behauptet, dass es sich bei dieser CD um einen Sampler mit Xylophon-Klängen aus Guinea handeln würde. Das ist aber falsch. Syliphone war vielmehr das einzige staatliche Plattenlabel Guineas, welches gerade in den ersten Jahren der Unabhängigkeit eine wichtige Funktion in der Förderung von Musikern übernahm. Sorry....
Zur Platte selber: Eine gelungene Anthologie mit Aufnahmen von unterschiedlichen Künstlern aus Guinea, deren einziges Manko ist, dass es ähnliche Platten schon zu Genüge gibt. Man fragt sich schon, ob man wirklich so viele Revival-Compilations mit alten afrikanischen Aufnahmen braucht....So hat beispielsweise die "African Pearls"-Reihe ebenfalls eine Doppel-CD mit alten Aufnahmen aus Guinea herausgebracht, die zwar andere Stücke wie die Autencite CD enthält, vom Stil her aber so ähnlich ist, dass ein Vertauschen der CDs wohl niemandem auffallen würde...
Die Plattenfirma, Sterns Musik, hat hier (einfach den obersten Titel anklicken) alle Tracks nacheinander angespielt. So erhält man einen recht guten Überblick über die auf der CD enthaltenen Stücke. Wer die Platte bei amazon.de kaufen möchte, sollte aufpassen. Unter "The Syliphone Years" bekommt man eine gleichnamige Platte von Bembeya Jazz National angeboten - auch mit schönen Aufnahmen, aber eben nicht die o.g. Compilation - die findet man unter "Autencite"...
3.BAHAMUT von Hazmat Modine
Inzwischen hab ich mir die Platte von meinem Nachbarn ausgeliehen und zweimal durchgehört - für den Bluesliebhaber sicherlich beglückend, für mich persönlich uninteressant.....
Ansonsten bin ich in diesem Monat von den Charts etwas enttäuscht - auf den vorderen Plätzen passiert wenig und mich interessierende Neueinsteiger sind ebenfalls rar gesät. Für die Freunde älterer afrikanischer Aufnahmen gibt es schon wieder Nachschub: Mit BELLE EPOQUE VOLUME 1: SOUNDIATA von der malischen Rail Band startet Sterns Music die nächste Reihe....
Interessant klingen die Einspieler von Bole2Harlem, einer Fusion von äthiopischen Klängen mit NewYorker Sound und die Platte der cubanischen Rapperin Telmary, auf der u.a. ein gemeinsamer Song mit Ojos de Brujo enthalten sein soll. Außerdem bin ich gespannt, ob die neue CD "Utopia" des Argentinies Caceres meine neu entdeckte Leidenschaft für den Tango weiter anheizen kann. Und da ist da noch die portugiesische Band Terrakota, deren letztem Album ich durchaus einiges abgewinnen konnte. Mal sehen, welche musikalischen Neuanschaffungen der Finanzplan diesen Monat zulässt.....
1. DJIN DJIN von Angelique Kidjo
Riesenüberraschung - nach 3 Monaten erst der Sprung an die Spitze der Charts. Entweder muss man das Album häufig hören, um es richtig einschätzen zu können oder es gibt zur Zeit keine neue aufregende Platten aus dem Weltmusikbereich. Angelique Kidjo ist eine der arrivierten afrikanischen Künstler, die bereits seit Jahren immer wieder mit aufwendigen Produktionen eine afrikanische Note in das Pop-Business bringen. Für den "normalen" Popmusikhörer mögen diese exotischen afrikanischen Einsprengsel ja durchaus interessant sein - für einen an Weltmusik Interessierten klingt das aber dann häufig wie seichte afrikanische Popschnulzen. Hinzu kommt, dass die Stimme von Frau Kidjo bei mir ein Gen anspricht, welches bei mir sehr schnell eine gewisse Genervtheit erzeugt - nach zwei Liedern kann ich ihren Gesang einfach nicht mehr hören....
2. AUTHENTICITE - THE SYLIPHONE YEARS von Various Artists
Auf Platz zwei hat es ebenfalls eine afrikanische Produktion geschafft, die aber nur wenig mit der Musik Angelique Kidjos zu tun hat (oder vielleicht doch mehr, als ich wahrhaben will). Auf der Platte Autencite - The Syliphone years findet man Aufnahmen, die in Guinea in den Jahren 1965 - 1980 entstanden sind.
Für mich ist es hier auch höchste Zeit, auf einen Fehler in meinem Eintrag über die WorldMusicCharts des Monats Juni hinzuweisen. Damals hatte ich nämlich behauptet, dass es sich bei dieser CD um einen Sampler mit Xylophon-Klängen aus Guinea handeln würde. Das ist aber falsch. Syliphone war vielmehr das einzige staatliche Plattenlabel Guineas, welches gerade in den ersten Jahren der Unabhängigkeit eine wichtige Funktion in der Förderung von Musikern übernahm. Sorry....
Zur Platte selber: Eine gelungene Anthologie mit Aufnahmen von unterschiedlichen Künstlern aus Guinea, deren einziges Manko ist, dass es ähnliche Platten schon zu Genüge gibt. Man fragt sich schon, ob man wirklich so viele Revival-Compilations mit alten afrikanischen Aufnahmen braucht....So hat beispielsweise die "African Pearls"-Reihe ebenfalls eine Doppel-CD mit alten Aufnahmen aus Guinea herausgebracht, die zwar andere Stücke wie die Autencite CD enthält, vom Stil her aber so ähnlich ist, dass ein Vertauschen der CDs wohl niemandem auffallen würde...
Die Plattenfirma, Sterns Musik, hat hier (einfach den obersten Titel anklicken) alle Tracks nacheinander angespielt. So erhält man einen recht guten Überblick über die auf der CD enthaltenen Stücke. Wer die Platte bei amazon.de kaufen möchte, sollte aufpassen. Unter "The Syliphone Years" bekommt man eine gleichnamige Platte von Bembeya Jazz National angeboten - auch mit schönen Aufnahmen, aber eben nicht die o.g. Compilation - die findet man unter "Autencite"...
3.BAHAMUT von Hazmat Modine
Inzwischen hab ich mir die Platte von meinem Nachbarn ausgeliehen und zweimal durchgehört - für den Bluesliebhaber sicherlich beglückend, für mich persönlich uninteressant.....
Ansonsten bin ich in diesem Monat von den Charts etwas enttäuscht - auf den vorderen Plätzen passiert wenig und mich interessierende Neueinsteiger sind ebenfalls rar gesät. Für die Freunde älterer afrikanischer Aufnahmen gibt es schon wieder Nachschub: Mit BELLE EPOQUE VOLUME 1: SOUNDIATA von der malischen Rail Band startet Sterns Music die nächste Reihe....
Interessant klingen die Einspieler von Bole2Harlem, einer Fusion von äthiopischen Klängen mit NewYorker Sound und die Platte der cubanischen Rapperin Telmary, auf der u.a. ein gemeinsamer Song mit Ojos de Brujo enthalten sein soll. Außerdem bin ich gespannt, ob die neue CD "Utopia" des Argentinies Caceres meine neu entdeckte Leidenschaft für den Tango weiter anheizen kann. Und da ist da noch die portugiesische Band Terrakota, deren letztem Album ich durchaus einiges abgewinnen konnte. Mal sehen, welche musikalischen Neuanschaffungen der Finanzplan diesen Monat zulässt.....
"Wer (zu) spät kommt,..." den bestraft das Leben nicht immer - manchmal hat man auch Glück und spart sich 'ne Menge Arbeit. So lag die CD "Morgenlandfahrt" von [dunkelbunt] schon einige Zeit im bzw. auf meinem CD-Player und wartete darauf, von mir in diesem Blog in höchsten Tönen gelobt zu werden. Das kann ich mir jetzt sparen, da der Herr Paulsen diese Platte ebenfalls klasse findet und seinerseits eine längere Rezension geschrieben hat. So bleibt mir nur die Aufgabe, auf den Blogeintrag des Herrn Paulsen hinzuweisen und anzumerken, dass ich es nicht hätte besser schreiben können und deshalb seinem Eintrag auch nichts wesentliches hinzufügen möchte. Diese Platte sollte man kaufen, hören und genießen.
Eine Anmerkung habe ich allerdings noch: Von dem Satz über die "kroatische Grillschürzen" distanziere ich mich dann doch - ich bin aber gespannt, wie lange es dauert, bis mir der Referrer einen Besucher mit diesem Suchbegriff meldet....

